Das Gründungsprotokoll vom 28.August 1948


Nach den langen Kriegsjahren und dem dadurch entstandenen Nachholbedarf an entsprechender Freizeitgestaltung suchte man auch in Vörden nach Auswegen aus dieser Misere. Wie in vielen Orten der britischen und amerikanischen Besatzungszonen waren auch in Vörden viele sogenannte B-Soldaten nach ihrer Entlassung aus Wehrmacht oder Kriegsgefangenschaft verblieben. Im späten Sommer des Jahres 1947 wurden dann abends auf Hoffmanns Wiese in Astrup Handballspiele durchgeführt. Schon bald gab es Wettspiele zwischen Jugendlichen aus Hörsten/ Astrup und Vörden oder Ahe/Hinnenkamp. Da jedoch diese Spiele wegen mangelnder Kenntnis der Regeln heftige Meinungsverschiedenheiten zur Folge hatten, waren die Akteure froh, als plötzlich aus irgendeiner Ecke ein richtiger Fußball auftauchte. Schon bald wurden Kontakte mit fußballspielenden Jugendlichen in den Nachbargemeinden aufgenommen. Diese Veranstaltungen hatten eine sehr gute Resonanz und Werbewirkung. Es wurde seinerzeit kein Eintrittsgeld erhoben, aber mit einem Hut gesammelt. In dieser Zeit wurde erstmals überlegt, einen Verein zu gründen und an den Punktspielen teilzunehmen. Der erste mündliche Antrag wurde von dem Verantwortlichen des Kreis-Fußballverbandes positiv beschieden. Es wurde eine erste unverbindliche Versammlung abgehalten, auf der ein Termin für die offizielle Gründungsversammlung beschlossen wurde.

Am 28. August 1948 war es dann soweit. Unter der Anwesenheit von 61 Mitgliedern wurde der BS Vörden gegründet. Der erste Vorstand setzte sich wie folgt zusammen:

Karl Dortelmann (1. Vorsitzender),

Willi Starke jr. (2. Vorsitzender) und

Kurt Winter (Geschäftsführer).

 

Die Bilanz des BS Vörden:

1952/53: Die Vördener schafften in der Süd- und West-Staffel des Altkreises Bersenbrück den Aufstieg in die Kreisliga.

1953/54: Bereits im ersten Jahr in der neuen Staffel stellten die Ballsportler zusammen mit dem TuS Bersenbrück das beste Team, im Entscheidungsspiel zwischen den beiden punktgleichen Erstplazierten setzten sich die Vördener mit 2:1 durch und errangen die Kreismeisterschaft.

1955/56: Abstieg in die Kreisklasse.

1957/58: Wiederaufstieg in die Kreisliga.

1963/64: Die Vördener errangen erneut die Kreismeisterschaft, und zwar wie bereits in der Saison 1953/54 nach einem Entscheidungsspiel gegen einen punktgleichen Tabellenkonkurrenten. Diesmal setzten sich die Südkreisler gegen den VfR Quakenbrück mit 2:1 nach Verlängerung durch. In der Aufstiegsrunde zur Bezirksklasse mußte der BSV dann aber aufgrund von Verletzungssorgen dem TuS Borgloh und Concordia Belm-Powe den Vortritt lassen.

1971: Die erste Damenmannschaft wurde in Vörden gegründet, die in den folgenden Jahren bis in die Landesliga aufstieg, und aus der später zwei Nationalspielerinnen hervorgingen: Angelika Fehrmann aus Astrup und Ursula Landwehr aus Neuenkirchen. Gleich im ersten Jahr der Teilnahme an der Damen-Meisterschaftsrunde landeten die Vördenerinnen auf dem zweiten Rang. Ein Jahr später gelang aber der große Coup: Mit 20:4 Punkten und 43:13 Toren sicherten sich die BSV-Kickerinnen den Meistertitel. Nach der Gebietsreform kam der BS Vörden in den Bezirk Oldenburg, was unter anderem für die Damen-Mannschaft die Einstufung in die Bezirksklasse bedeutete.

In der Saison 78/79 wurden die Damen auf Anhieb Meister und stiegen in die zweithöchste Spielklasse in Niedersachsen, der Bezirksklasse Weser-Ems auf.

1978/79: Im Vorjahr waren die Vördener Herren im Entscheidungsspiel noch knapp mit 0:1 an Concordia Belm-Powe gescheitert, doch in dieser Saison stand nach dem 2:0 gegen Vehrte - in der Kreisliga-Saison war man Tabellenzweiter geworden - der erste Bezirksklassenaufstieg in der Geschichte des BSV an. Auf Initiative des damaligen Vorsitzenden Wilhelm Buschemöhle startete die erste Herrenmannschaft zu einer dreiwöchigen USA-Reise. Diese Reise war auch verbunden mit einem Gegenbesuch der Catholic Kolping Society Cincinnati, mit der seit dem Sommer 1980 ein enger Kontakt besteht.

1984/85: Abstieg in die Kreisliga Vechta.

1989: Die in der Damen-Fußball-Abteilung des BS Vörden großgewordene Angelika Fehrmann feierte mit der deutschen Nationalmannschaft den Gewinn der Europameisterschaft. Vor 22.000 Zuschauern im Osnabrücker Stadion an der Bremer Brücke wurde Norwegen mit 4:1 besiegt - den vierten Treffer erzielte Angelika Fehrmann, die im Vorjahr schon mit der SSG 09 Bergisch-Gladbach den nationalen Meistertitel gewonnen hatte.

 

Packendes Duell um die EM-Krone: Angelika Fehrmann (links) gegen ihre norwegische Kontrahentin

 

 

 

 

 

 

 

Packendes Duell um die EM-Krone:

Angelika Fehrmann (links)

gegen ihre norwegische

Kontrahentin

 

 

 

 

 

 

Artikel in der OV vom 03.07.1989

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Quelle: "50 Jahre Niedersächsischer Fußballverband" von 1996

 

 
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